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PS5

Denshattack!

15. Juli 2026

Lesezeit: 6 Min.

Denshattack!

Meine Liebe zu Konsolen wurde nicht durch das Sega Master System, das SNES oder die PS1 entfacht, sondern durch die Dreamcast. Ich mochte einfach die Zugänglichkeit, die visuelle Opulenz und das High-End-Arcade-Gameplay. Da stimmte oftmals alles: der visuelle Stil, das kurzweilige Gameplay und die unkomplizierte Steuerung. Spiele wie Crazy Taxi, Jet Set Radio, Rez, Virtua Tennis und Dead or Alive 2 konnten mich damals begeistern. Solche Spiele gibt es natürlich auch heute noch, allerdings nicht mit einer solchen Strahlkraft und Brillianz. Denshatttack! gehört aber nicht dazu, denn das ist ein absolut fantastisches Arcade-Game – und das kommt nicht aus Japan, sondern aus Spanien! Warum und weshalb, das erfahrt ihr in unserem neuen Test.

Denshattacker ist ein Beruf!

Die Story ist schnell erzählt. Nach einer Klimakatastrophe ist Japan verwüstet. Der Miraido-Konzern hat zum Schutz der Bevölkerung über verschiedenen Metropolen Kuppeln errichtet. Diese Städte sind durch unterirdische Zugverbindungen verbunden. Doch außerhalb der Kuppeln geht das Leben normal weiter – auch für Emi Araki, eine junge Zugführerin, die mit ihrer Lok Essen ausliefert. Bis sie durch Zufall in die Welt der Denshattacker gerät und alle Regionen der Insel abklappert, um gegnerische Gangs zu schlagen, neue Moves zu lernen und so die Beste zu werden (und nebenbei den bösen Miraido-Konzern zu stürzen).

Ollie this, Kickflip that

Denshattack! Das Spiel besticht durch einen unglaublich abwechslungsreichen Gameplay-Mix. Zwar liegt das Hauptaugenmerk auf der rasanten Action und dem Ausführen von Tricks (wie in anderen Trendsportspielen à la „Tony Hawk's Pro Skater”), es gibt aber auch Rennveranstaltungen, Verfolgungsjagden, Bosskämpfe und die sogenannten Open-World-Herausforderungen. Dabei muss man beispielsweise Tore öffnen oder Tofu ausliefern, kann aber jederzeit zwischen den drei oder vier Zielen wechseln. Nebenbei kann man zusätzliche Herausforderungen (Mutproben) erfüllen und Sprühdosen, Zahnräder und Filmrollen einsammeln. Am Ende eines Levels gibt es eine Bewertung, bei der Zeit, Trickscore und abgeschlossene Aufgaben zusammengezählt werden. Das lädt natürlich zum erneuten Spielen ein, zumal man beim ersten Mal immer durch irgendetwas überrascht wird.

Die Steuerung des Zugs ist dabei ziemlich einfach gehalten. Nachdem man den Motor gestartet hat, fährt er von allein. In scharfen Kurven muss man mit L2 abbremsen, um dann mit einem gut getimten Boost noch mehr Geschwindigkeit zu erreichen. R2 dient zum Springen und der rechte Stick zum Ausführen von Tricks (Olli, Kickflip usw.) sowie zum schnellen Ausweichen bzw. Spurwechseln.  Mit der Zeit lernt man zudem weitere Aktionen kennen, beispielsweise das Grinden über zwei Schienen, um Tore zu zerstören. Am Ende hat man durchaus das Gefühl, wie in einem asiatischen Kung-Fu-Film die krassesten Special-Moves vollführen zu können – und ja, die sind in Denshatack! wirklich vorhanden. Die Levels dauern übrigens zwischen zwei und 20 Minuten und dank der acht Regionen mit 46 Präfekturen gibt es davon auch reichlich – insgesamt darf man 60 Levels erkunden! Hinsichtlich des Umfangs kann man sich definitiv nicht beschweren!

Pimp my Train

Mit der Zeit schaltet man einen Aufkleber-Shop und eine Werkstatt frei. Im Aufkleber-Shop kann man Sticker und Designs für seine Züge kaufen. In der Werkstatt kann man mit ausreichend Zahnrädern neue Loks kaufen. Diese verfügen dann über spezifische Perks. Bei einer Lok zählen die ersten drei Unfälle beispielsweise nicht in die Statistik, bei einer anderen lädt sich die Energieleiste schneller auf oder es gibt mehr Punkte beim Grinden auf den Schienen. Jede positive Eigenschaft wird durch eine negative aufgewogen. Man kann das Spiel also praktisch auch mit der Standardlok „Stern von Beppo“ durchspielen. Insgesamt kann man jedoch 30 verschiedene Züge erspielen.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Die abwechslungsreichen Missionen lassen die Spielzeit wie im Flug vergehen, bis man auf Passagen trifft, die eher durch Trial and Error als durch Geschick und Können zu überwinden sind. Dass man nicht jedes Level gleich beim ersten Mal schafft und mit der Höchstpunktzahl abschließt, ist klar. Hier wird man jedoch öfter überrascht und muss in Sekundenbruchteilen die richtige Entscheidung treffen (z. B. Spurwechsel) oder stur die Abfolge von Moves üben. Am meisten gefordert haben mich die Trick-Levels (Erreiche auf Zeit Punktzahl XY) und die Tunnelfahrten abseits der Schiene. Gerade dabei hatte ich immer mit der Steuerung zu kämpfen, was oft in Kollisionen mit Hindernissen gipfelte. Ansonsten gibt es zwar auch ein paar Bugs/Glitches hier und da, aber nichts, was sich wirklich negativ auf das Spielerlebnis auswirkt.

Crazy Nippon

Die Reise führt quer durch Japan, weshalb es viele Haltepunkte mit unterschiedlichen Levels gibt: Von Sommer, Sonne und Strand über Ruinen, Vulkane, Inseln und Gebirge mit Schneefeldern bis hin zu Kuppelstädten wird hier eine unglaubliche Vielfalt geboten. Die Orte sind übrigens an reale Lokalitäten angelehnt. Japan-Fans werden sicherlich das eine oder andere Wahrzeichen wiedererkennen. Das Beste daran ist aber, dass alles auch noch fantastisch aussieht! Der farbenfrohe Cel-Shading-Stil passt perfekt zum Gameplay und läuft mit 60 fps auf der PS5 Pro butterweich. Viele kleine Details und Gimmicks versüßen den Adrenalinrausch zusätzlich (z. B. das Springen über riesige Fische oder das Wellensurfen auf einer Fähre). Manchmal wünscht man sich fast, das Geschehen wäre langsamer, um auch all die postapokalyptische Schönheit würdigen zu können. Der große, böse Miraido-Konzern verfügt über ein passendes Corporate Design und wird immer wieder in Nachrichten-/Werbe-Clips vorgestellt, inklusive Molty, dem Maskottchen. In den Zwischensequenzen finden die Gespräche anhand stilisierter Grafiken der Figuren statt. Hier hätte man vielleicht etwas mehr animieren können, aber das Gelaber fällt ohnehin nicht ausufernd aus.

Zunächst hat man die Wahl zwischen englischer und japanischer Sprachausgabe. Die englischen Sprecher machen ihre Sache gut, aber die japanische Sprachausgabe ist noch besser. Allerdings muss man auch sagen, dass nur die Zwischensequenzen mit Sprachausgabe unterlegt wurden. Die normalen Gespräche zwischen den Levels sind nicht vertont. Die deutschen Untertitel sind jedoch immer gut lesbar. Hier wurde tatsächlich auch daran gedacht, dass man Menüs und Texte auf einem Fernseher aus einiger Entfernung ablesen muss. Bravo. Das wirkliche Highlight ist jedoch der Soundtrack, der den kunterbunten Arcade-Anspruch genial einfängt und transportiert. Das ist auch kein Wunder, denn die „Undercoders“ konnten zahlreiche Top-Talente dafür gewinnen: Tee Lopes (Sonic Mania, TMNT: Shredder's Revenge), Nagamatsu (Splatoon, Mario Kart), Richard Jacques (Jet Set Radio, MSR), Takenobu Mitsuyoshi (Daytona USA, Sega Rally Championship), Shoji Meguro (Persona) und Harumi Fujita (Strider, Tomba!). Der offizielle Soundtrack zum Spiel umfasst 80 Titel!

FAZIT:

Hussa! Was ist das denn? So einen coolen und innovativen Mix aus Tricks, Kämpfen, Rennen und unzähligen Herausforderungen mit toller Grafik, fetziger Musik von Top-Künstlern und hohem Wiederspielwert habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Denshattack! ist ein Muss für jeden Videospiel-Connaisseur. Nur starke Nerven sollte man mitbringen, denn der Schwierigkeitsgrad zieht ab der Hälfte ordentlich an und stellt durch manche Trial-&-Error-Passagen die Geduld der Spieler durchaus auf die Probe. Davon abgesehen bekommt man ein absolut unterhaltsames Abenteuer geboten, das es so bislang noch nicht gab! 

[ Review verfasst von .ram ]

[ Gespielt auf einer PS5 Pro mit 4K HDR TV ]

Pluspunkte:

  • Abgefahrener Gameplay-Cocktail
  • Perfekter visueller Stil und grandioser Soundtrack
  • Hoher Wiederspielwert

Minuspunkte:

  • Wird zunehmend schwieriger
  • Einige Trail & Error Passagen können nerven
  • Habe ich schon erwähnt, wie geil eigentlich der komplette Stil des Spiels ist? Ja, na dann tue ich es trotzdem nochmal, denn Denshattack! ist einfach ein richtiges Kleinod der Videospielgeschichte und man muss es gespielt haben!

WERTUNG

Atmosphäre
10.0
Gameplay
9.0
Grafik
9.0
Sound
10.0
Werbung
Denshattack!
Screenshots
Denshattack!
Denshattack!
Denshattack!
Denshattack! +53
Videos
Gamescom 2025 Reveal Trailer
Release Date Trailer
First Boss Gameplay Reveal +1
Name Denshattack!
Release 17.06.2026
Plattform PS5
Genre Action
Developer Undercoders
Preis 19,99 €
USK ab 12 Jahren
Spieleranzahl 1
Sprache Englisch, Japanisch
Texte Deutsch, Englisch, Japanisch
Remote Play Trigger-Effekt Spielhilfe Offline spielbar
Zum Spiel