Good Luck Have Fun Don't Die
Regisseur Gore Verbinski kennt man vor allem durch die ersten drei Big Budget Produktionen von "Fluch der Karibik" die zu Gelddruckmaschinen wurden. Leider erlaubte sich der Regisseur mit "Lone Ranger" jedoch einen kolossalen Flopp und so kam er auf die "schwarze" Liste. Fast 10 Jahre musste man auf einen neuen Film warten, der nun mit "Good Luck Have Fun Don't Die" in die Kinos kam.
Drei Nummern kleiner
Dabei backt er vom Budget her wieder kleinere Brötchen, darf im Gegenzug aber völlig von der Leine gelassen alles einbauen, was ihm und seinem Drehbuchautor in den Sinn gekommen ist. Keine noch so absurde Idee wurde fallengelassen.
Ein namenloser Mann betritt ein typisch amerikanisches Diner und sagt er komme aus der Zukunft. Dabei sieht er jedoch wie der Penner um die Ecke aus. Die Zukunft sei am Arsch und wird durch eine KI kontrolliert propagiert er. Seine Aufgabe ist es ein Team zusammenzustellen um die Zukunft zu ändern. Dabei handelt es sich aktuell um seinen 117. Anlauf, wobei er aus dem im Diner vorhandenen Gästen immer einen neuen Trupp zusammenstellt.
Dieses Mal am Start sind sechs komplett verschiedene Charaktere, die alle die unterschiedlichsten Beweggründe haben. Im Laufe des Filmes erfährt man so einiges über die Charaktere und wer die fantastische Serie "Black Mirror" kennt, kann sich ungefähr ausmalen, was hier abgeht.
So gibt es Teenager die zu Smartphone Zombies werden, Clone von Kindern die bei Schulmassakern getötet wurden und die Verlorenheit in der virtuellen Realität. Alles bis zum äußersten zugespitzt, aber dennoch möglich. Überhaupt ist das grundlegende Thema die Flucht ins digitale. So wird Doomgescrollt ohne Ende und das Smartphone ist selbst bei Kindern am Geburtstagstisch steht's an und das drumherum ist von keinem Interesse mehr.
FAZIT:
Die über 130 Minuten sind so vollgestopft, das es fast zu viel ist. Stetig denkt man sich anfangs WTF, nur um dann zu erkennen, das mehr als nur ein fünkchen Wahrheit drin steckt. Dabei ist der Film Episodenhaft erzählt und wird vor allem durch die fantastische Performance von Hauptdarsteller Sam Rockwell ("Moon") getragen. Das furiose Finale dreht dann noch mal völlig durch.
Ein klarer Geheimtipp für Fans des absurden Kinos.
[ Review verfasst von Shagy ]
