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Die andere Seite

28. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Min.

Die andere Seite

Eine sehr gute Freundin brachte mir 2019 den Film "Mein Ende. Dein Anfang." von Mariko Minoguchi näher. Ein deutscher Genrefilm, der vor allem durch seinen Schnitt und verschachtelte Erzählweise heraus stach und die Grenzen zwischen Tot und Lebendigkeit verschwimmen ließ. Zudem spielte die weibliche Hauptrolle mit Saskia Rosendahl grandios auf. Dies brachte der Regisseurin damals den Preis als bestes Spielfilmdebüt des Jahres ein. Völlig verdient!

Beklemmender Survival Tripp

Dieser Tage folgt nun der zweite Film von Minoguchi und wieder steht eine starke Frau im Mittelpunkt. Dieses Mal, Nina Hoss. "Die andere Seite" spielt nach einer großen Pandemie und startet im ersten Drittel als klassischer Survival Film. Während man Hanna (Nina Hoss) hier noch ohne Dialog durch die Wildnis folgt, bleibt dem Zuschauer das ganze Ausmaß der Pandemie jedoch völlig unklar. Nur sporadisch werden einem ein paar Brotkrümel gereicht. 

Anfangs noch im Schutz einer Waldhütte, muss sich Hanna nach einem Vorfall jedoch eine andere Unterkunft suchen und streift bei winterlichen Temperaturen durch toll fotografierte schroffe Alpen und dichte Wälder. Dabei trifft sie auf Gleichgesinnte, Hilfsbereite aber auch gefährliche Menschen. Leider muss ich sagen, dass die Spannung immer weiter nach nachlässt, je mehr Menschen Hanne trifft. Vor allem das letzte Drittel fand ich dann etwas too much. 

Abseits des letzten Drittel gibt es jedoch viele tolle Szenen und Nina Hoss ist ganz nebenbei auch eine fabelhafte Schauspielerin. Ich sah echt schon viele Szenen, wo sich jemand um seine offenen Wunden gekümmert hat, doch selten sah man dem Charaktere die Angst und den Schmerz so deutlich an wie Nina Hoss. Auch gibt es im Film die wohl schönste Umarmung der letzten Filmjahre zu sehen. Nina Hoss trägt mit ihrer pragmatischen und kühlen Art den Film von der ersten bis zur letzten Minute.

FAZIT:

"Die andere Seite" ist ein hervorragender Survival Film vor einem tollen Alpenpanorama mit einer fantastisch aufspielenden Nina Hoss. Dank dieser Kombi verzeiht man dem Film locker kleinere Schwächen. Ab ins Kino!

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